Ausbildungsinhalt
Im Rahmen der Betreuungsarbeit haben Dipl.-SozialarbeiterInnen, Dipl.-PsychologInnen und ähnlich gelagerte Berufsgruppen immer häufiger mit gewaltbereiter bzw. gewalttätiger Klientel zu tun. Eine effiziente Auseinandersetzung mit den für die Gewalttätigkeit ursächlichen Problemen der Täter ist in der alltäglichen Arbeit oft leider nicht möglich.
Speziell für dieses Berufsfeld wurde die zertifizierte Zusatzausbildung zum "Anti-Gewalt-Trainer nach dem erfolgreichen Magdeburger Modell" entwickelt.
Die acht Module des Magdeburger Anti-Gewalt-Trainings® (nach Marx & Peter):
- Kosten-Nutzen-Analyse
(Befragung zu Gewaltverbrechen, Aufschlüsselung von Vor -und Nachteilen von Gewalttätigkeit in der direkten Gegenüberstellung, negative Konsequenzen von Gewalt in medizinischer Hinsicht, Hinzuziehung des Gerichtsmediziners Dr. Norbert Beck) - Tatoffenbarung
(der Täter muss seine bisherige kriminelle Vergangenheit anhand von Bundeszentralregisterauszügen ,,offenbaren")
- Körpersprache
(praktische, übungsorientierte Einheit, in der Eigen- und Fremdwahrnehmung des Täters geschult werden)
- Kommunikationstraining
(Rhetorik- und Flirttraining)
- Deeskalationsmodul
(Selbstkontrolle in aggressiven Konfliktsituationen und Erlernen von Rückfallvermeidungsstrategien durch Wissensvermittlung und Rollenspiele)
- Deliktbezogene Anamnese
(Erstellung eines Lebensdiagramms)
- Demaskierungssitzung/ Tatkonfrontation
(Konfrontationsübung mit aufdeckendem Charakter; Deliktaufarbeitung)
- Empathiephase
(Mitleid gegenüber Opfern wird erlernt bzw. reaktiviert, Aufsetzen von Entschuldigungsbriefen)
In der praxisnahen Ausbildung werden die Teilnehmer in den theoretischen Grundlagen sowie der Durchführung dieser acht Module geschult. Rollenspiele, Supervision und Selbsterfahrung sind wichtige und immer wiederkehrende Bestandteile der Ausbildung.